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Grischa- Goldene Flammen

Autor: Leigh Bardugo
Seitenanzahl: 352 Seiten
Verlag: Carlsen
Preis: 17,90€
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Leseprobe

Alina Starkowa ist eine Kartografin, ehe sie ihrem besten Freund Maljen - in den sie heimlich verliebt ist - das Leben rettet und sich herausstellt, dass sie die mächtige Sonnenkriegerin ist. Eine Grischa. Sofort wird sie vom Dunklen mitgenommen und als Grischa in die Lehre geschickt. Sie soll lernen, ihre Kraft zu beherrschen, um ganz Rawka von der Schattenflur zu erlösen. Oder steckt da etwas ganz Anderes hinter?


Jede einzelne Stunde habe ich dich vermisst. Und am schlimmsten war, dass mich das völlig überrascht hat. Ich habe mich dabei ertappt, dich zu suchen. Nicht aus einem bestimmten Grund, sondern nur aus Gewohnheit oder weil ich etwas gesehen hatte, von dem ich dir erzählen wollte. Ich wollte nur deine Stimme hören. Dann wurde mir bewusst, dass du fort warst, und ich hatte jedes, wirklich jedes Mal das Gefühl, mir würde die Luft wegbleiben. Ich habe mein Leben für dich aufs Spiel gesetzt. Ich bin für dich durch halb Rawka gezogen, und das würde ich wieder tun, nur um bei dir zu sein. Selbst wenn es bedeutet, mit dir zu hungern und zu frieren und mir dein Gejammer über den ewigen Hartkäse anzuhören. Also erzähl mir nicht, dass wir nicht zusammengehören.

In der Buchhandlung springt einem dieses Buch direkt ins Gesicht, nicht wahr? Die Farben des Covers sind nicht besonders auffallend und der Hintergrund ist knapp weiß gehalten. Aber dennoch ist dieses Cover so anders. Wundervoll mit Aquarellfarben gestaltet sieht man Alina mit einem ... nicht sehr befreiten Blick. Und dieses Bild gefiel mir sofort unglaublich gut. Erst danach sticht einem eigentlich der Titel ins Auge. "Grischa". Das ist mal ein anderer Titel. Wenn man von "Goldene Flammen" absieht. Danach sieht man den Hirsch und dann die Tannenbäume. Und da dieses Buch eurer Aufmerksamkeit nun sicher ist (was dem wundervollen Cover zu verdanken ist), lest ihr euch vielleicht auch den Klappentext durch. Klingt doch interessant, oder? Diejenigen, die in der Buchhandlung ganz viel Zeit haben, verschaffen sich dann womöglich auch noch einen kleinen Eindruck, in dem sie die ersten Seiten lesen. Da kann man nicht meckern. Das Buch ist wie ein Magnet. Von der ersten Seite an. Man versinkt sofort in der Geschichte, lernt Rawka kennen, Alina und Maljen und kabum! ist Alina eine Grischa. Aber irgendwas Besonderes muss sie ja schließlich sein.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Alina anfangs überhaupt gar nicht leiden konnte. Ich verstand ihre Handlungen nicht, fand sie ziemlich zickig und vor allem tat sie nicht das, wovon ich wollte, dass sie es tat. Ständig sagte sie Dinge, die sie bei mir nur noch unbeliebter machten. Aber das besserte sich. Sie lernte, war weniger naiv und manchmal auch relativ vernünftig. Nur leider zu gutgläubig. Und das war es wohl, was sie ins Unglück stürtzte. Leigh Bardugo weiß, wie man sich eine interessante Handlung ausdenkt, aber was noch viel schwieriger ist- sie weiß, wie man sich eine ganze Welt ausdenkt. Vielleicht auch nicht ganz. Denn zu Beginn kam ich mir vor wie in einer Mischung aus "Die Beschenkte" und "Die Flammende". Beide von Kristin Cashore und witzigerweise auch vom Carlsen Verlag. Bei dem Geschmack kann dieser Verlag voll und ganz bei mir punkten.

An Alinas neue Umgebung muss sie sich erst einmal gewöhnen. Aber natürlich findet sie sofort eine tolle, wunderschöne Freundin, die ihr immer zur Hilfe eilt und mit der sie reden kann. Und dann ist da ja noch der Dunkle, der ein so unsagbar großes Interesse an Alina zeigt. Schließlich muss das so sein. Jedoch ist es diesmal nicht wie in jedem anderen Jugendbuch. Denn hinter diesem "großen Interesse" verbirgt sich mehr.

Bis zur Hälfte des Buches dachte ich, der Hirsch auf dem Cover und vorne im Buch wäre nur zur Deko da. Denn ich sah keinen wirklichen Zusammenhang mit ihm zur Geschichte. Das änderte sich. Ab einem bestimmten Punkt kommt er ins Spiel und ... dann kam wieder so eine hässliche Stelle, bei der ich an ein anderes/n Buch/Film denken musste. Dazu darf ich allerdings leider nicht mehr sagen.

Schön schreiben kann Leigh Bardugo. Man fliegt durch die Seiten, genießt die seltsamen Begriffe und die interessanten Namen. Besonders, weil sie alle im gleichen Stil gehalten worden. Es gibt nichts Schlimmeres, als wild durcheinander gewürfelte Namen in Büchern. Nichts.

Das mit Alina und Maljen war vorhersehbar. Wie hätte das mit dem Dunklen denn bitte funktionieren sollen? Er ist eindeutig mächtiger, hochrangiger und autoritärer als Alina. Maljen hingegen war schon immer ihr bester Freund, ist ungefähr auf gleicher Ebene und sehr viel ... fragt sich, wie man das ausdrücken soll ... menschlicher? Außerdem ist sie schon eine ganze Weile in ihn verliebt. Heimlich, versteht sich.

Fazit: Ein schönes Buch mit einer interessanten Handlung, einer aber nicht ganz so neuen Idee. Die Protagonisten werden halbwegs realistisch dargestellt und der gute Schreibstil ermöglicht einen schnellen Lesefluss. Die Dialoge sind überzeugend gestaltet und ein paar nette Ereignisse schmücken das Buch noch aus. Im Großen und Ganzen ein wirklich gutes Buch.

 4 von 5 Hühnern

One Response to Grischa- Goldene Flammen

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