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"Die Chroniken der Unterwelt- City of Bones": Filmbewertung und Vergleich zum Buch

Heute sah ich den Film zum zweiten Mal und da ich das Buch erst vor wenigen Wochen erneut gelesen habe, konnte ich die beiden gut miteinander vergleichen. Was mir beim ersten Sehen seltsam vorkam, stach beim zweiten Mal deutlich hervor. Bereits die 1. Szene war nicht dieselbe. Im Buch ging es sofort mit dem Pandemonium los, im Buch kamen erst einmal Clary und ihre Mutter ins Bild. Das ist nicht weiter dramatisch, für den Film war die Wohnungsszene vermutlich sogar vorteilhafter, da der Zuschauer dadurch die ganzen Namen kennen lernte, also kann ich mich über diese Änderung nicht wirklich beschweren.

Als Jace, Izzy und Alec den Dämonen dann aber einfach auf der Tanzfläche töteten, war ich doch empört. Im Buch spielte diese Stelle in einem Raum im Pandemonium, wo sich nichts weiter als Kabel und solches Zeug befanden. Dort unterhielten sie sich sogar noch kurz mit Clary und düsten dann ab. Im Film hörten sie lediglich Clarys Schrei und bemerkten, dass sie sie sehen konnte. Natürlich kann man im Film Vieles nicht unterbringen und auch diese Änderung ist nicht allzu schwerwiegend, die späteren Handlungen warfen dann jedoch alles über den Haufen. Klar, manche Dinge müssen ausgelassen werden- aber die Zeit, um anderes Zeug hinzuzudichten bleibt? Zum Beispiel die Stelle mit Bach, der angeblich ein Schattenjäger gewesen sei, war mehr als lächerlich und wurde im Buch mit keinem Wort erwähnt. Und das Madame Dorothea ein Dämon war und mithilfe des Klaviers enthüllt wurde, stimmte auch nicht ganz. Genau genommen war sie von Abaddon besessen und hatte ein Portal in ihrer Wohnung, mit dessen Hilfe Abaddon sich vollständig in ihre Wohnung begeben konnte. Im Institut befindet sich eigentlich gar kein Portal, wie es im Film gezeigt wurde. Und dass Valentine all die Dämonen ins Institut holte, Jocelyn sich ebenfalls im Institut befand und auch Valentine dort vordrang- wer hat sich den Mist ausgedacht? So lief das Ganze absolut nicht ab im Buch. Die Kampfszenen gefielen mir hingegen sehr gut.

Auch zu den Schauspielern gibt es eine Menge zu sagen. Die schauspielerischen Leistungen gefielen mir bei allen relativ gut. Allerdings lagen sie dennoch irgendwie daneben. Mit Lily Collins als Clary konnte ich mich letzten Endes anfreunden und Jamie Campbell Bower als Jace war auch gar nicht so schlimm. Mir gefiel an ihm lediglich die Ausstrahlung nicht und Jace stellte ich mir vor Allem sarkastischer, arroganter und spöttischer vor. Jamie blickte fast pausenlos finster drein, während Jace doch eigentlich immer über alles grinsen muss und sich über jeden lustig macht. Der Film-Jace hatte auf mich eine ganz andere Wirkung als der Buch-Jace, den ich absolut liebe und vergöttere.
  Lena Headey als Jocelyn fand ich toll, was vermutlich daran liegt, dass ich Lena Headey auch in "Game of Thrones" als Cersei Lannister genial finde. Im Buch stellte ich mir Jocelyn zwar etwas verpeilter und ihren Klamottenstil ebenfalls anders vor, aber die Schauspielerin ist wunderbar, daran lässt sich meiner Meinung nach nicht rütteln.
  Kevin Zegers als Alec machte mich hingegen sauer. Er ist definitiv zu alt für die Rolle eines 17-Jährigen! Im Film wirkte er auf mich eher wie ein 30-Jähriger, was vielleicht daran liegt, dass er tatsächlich so alt ist. Und auch wenn Alec Clary auch im Buch nicht mag, so stellte ich mir Alecs Miene etwas weicher und freundlicher vor und seine Augen ... intensiver blau.
  Die Besetzung für Hodge, Luke und Simon war in Ordnung, die für Valentine allerdings nicht. Valentine
hätte 1. ganz anders aussehen müssen und 2. viel beherrschter, dominanter und eindrucksvoller wirken sollen. In den Büchern war Valentine für mich immer eine absolute Respektperson, auch wenn er definitiv ein merkwürdiges Weltbild hatte und ich seine Taten auch nicht gutheißen konnte.

  Isabelle war nicht perfekt, aber auch nicht komplett daneben besetzt worden. Zwar hätte ich mir die schöne Izzy ein wenig theatralischer und temperamentvoller gewünscht, aber Jemima West ist durchaus eine gute Schauspielerin und die Peitsche, die sie ihr gaben, konnte meine Begeisterung wecken.

Die Kulissen haben mich sehr beeindruckt. Ganz besonders gefielen mir das Hotel Dumort und der Pandemonium-Club. Aber auch das Institut wurde toll gezeigt und Clarys Wohnung und das entsprechende Haus passten zum Buch. Die Stadt der Stille war absolut atemberaubend und die stillen Brüder perfekt getroffen. Besonders Clarys Erinnerungen brachten genau das richtige Gefühl bei mir auf.

Allem in Allem kann ich den Film nicht als schlecht abstufen. Zwar gefiel mir die Besetzung zum Teil nicht und viele der Handlungen erst recht nicht, aber die Kulissen und die Kampfszenen konnten das größtenteils wettmachen und auch die Filmmusik war in Ordnung, bis auf manche Stellen, wo sie vielleicht nicht ganz passte, wie zum Beispiel bei der Kampfszene im Hotel Dumort, darüber konnte ich aber schmunzeln.

Fazit: Obwohl ich den Film in Ordnung fand und mir den 2. Teil auch ansehen werde, betrachte ich Buch und Film weiterhin als zwei völlig unterschiedliche Dinge, da die Handlung zu sehr von Cassandras Clares Roman abwich und die Schauspieler zum Teil ... nicht sehr treffend besetzt waren. Fans der Bücher können sich den Film gerne ansehen, sich davon aber nicht allzu viel erhoffen, da die gesamte Handlung wie gesagt stark vom Buch abwich.

 3 von 5 Hühnern

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One Response to "Die Chroniken der Unterwelt- City of Bones": Filmbewertung und Vergleich zum Buch

  1. Ich bin gerade irgendwie froh, dass ich die Bücher noch nicht gelesen habe sondern vollkommen unvoreingenommen den Film genießen konnte:)
    Das Problem mit dem Vergleichen hatte ich bei "Rubinrot" und "Seelen" (ist wie ein innerer Zwang irgendwie), hierbei nicht. Ich liebe den Film *-*

    Liebe Grüße
    Rubin:)

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